
Eine abwechslungsreiche Geschichte von mehr als 800 Jahren
Gegründet wurde das Kloster Wöltingerode für Benediktiner im Jahr 1174 von den
drei Söhnen des Grafen Ludolf I. Als Benediktinerkloster bestand Wöltingerode
nur 14 Jahre lang. 1188 wurde es in ein Kloster für Zisterziensernonnen
umgewandelt. In ihrer Zeit wurde der Grundstein für die Ausmaße des Klosters
gelegt, wie es noch heute vorzufinden ist.
Das Kloster Wöltingerode war in seiner Blütezeit im 13. und 15. Jahrhundert so
beliebt, dass nicht alle Bewerberinnen aufgenommen werden konnten und von hier
aus weitere Klöster - in Alt-Haldensleben und Derneburg - gegründet wurden, was
für Kloster der Zisterziensernonnen eine Seltenheit ist.
Die Jahrzehnte von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg brachten dem
Kloster insgesamt unruhige Zeiten. Nach einer verheerenden Feuersbrunst im Jahre
1676 mussten fast alle Gebäude neu aufgebaut werden.
Nach dem französischen Konsularbeschluss von 1802 und dem deutschen
Reichsdeputationshauptschluss von 1803 begann in Deutschland die Phase der
Säkularisation, mit der geistliche Eigentumsrechte aufgehoben wurden. Israel
Jacobsen, der Finanzrat des Königs Jerome, erwarb das Klostergut. Nach dem
Wiener Kongress 1815 fiel das Bistum Hildesheim, zu dem auch Wöltingerode gehört
hatte, an das Königreich Hannover.
Damals gab es ein Gesetz, wonach Juden zwar Handel treiben, aber über keinen
Grundbesitz verfügen durften. Die Landesregierung fand daher Israel Jacobsen ab
und führte das Gut 1816 dem Allgemeinen Hannoverschen Klosterfond zu. Der
Klosterfond war 1542 gegründet worden zur Verwaltung von Klöstern angesichts der
zunehmenden Unsicherheit, ob sich die katholische oder die protestantische
Konfession im Land behaupten würde.
Im letzten Jahrhundert existierte im Kloster das Amt Wöltingerode als Vorläufer
einer der vier Verwaltungsteile des heutigen Landkreises Goslar. Im vergangenen Jahrhundert
war das Kloster die Heimat für die berühmte Landfrauenschule des Reifensteiner Verbandes, heute
präsentiert sich dort unser Klosterhotel mit Gastronomie und Tagungsbetrieb.
- Zeittafel zur Geschichte [PDF]
- Zeittafel zu den Bauwerken [PDF]
|