Das Klostergut Wöltingerode

Das Klostergut Wöltingerode ist bekannt und bevorzugt als Ausflugsziel sowie als Tagungsstätte. Die fast einen Kilometer lange Klostermauer, alte Baumbestände, die liebevoll gepflegten Grünanlagen und Blumenbeete sowie die gut erhaltenen Gebäude vermitteln Ihnen das Gefühl, wie das Klosterleben in den vergangenen Jahrhunderten gewesen sein muss. Auf unserem Klostererlebnisweg und individuellen Themenführungen vermitteln wir Ihnen gern wertvolles Wissen über unser Klostergut und dessen Geschichte. Sie können aber auch einfach einmal die Seele baumeln lassen und die klösterliche Idylle genießen.

Die Gebäude auf dem Klostergelände

Ein Großteil der heutigen Gebäude auf unserem Klostergut stammt aus der Zeit nach 1676. Nach einem Brand waren fast alle Gebäude zerstört und mussten neu aufgebaut werden. Dies dauerte etwa 100 Jahre. Als Material wurde ein Buntsandstein (Rogensandstein) verwendet. Dies ist ein besonders harter Stein, der im nahe gelegenen Harlyberg gebrochen wurde. Das Gestein ist so hart, dass bis heute kaum Spuren von Vergänglichkeit an den Gebäuden zu erkennen sind.

Die Krypta. Sie bildete einst den Mittelpunkt des Klosters. Ihre Säulen sind über 800 Jahre alt. Von ihrem Standort ausgehend erweiterte sich das Kloster in alle Richtungen. Zuerst folgte die Kirche. Anfangs mit Flachdach konstruiert, entstand durch Aufbauten und zwei Querschiffe sowie einen Seitenflügel die heutige Bauform – ein typisch romanisches Kloster mit mittlerem Kreuzgang. Dieser ist heute nicht mehr so klar zu erkennen. Die Öffnungen zum Innenhof wurden mit Fenstern versehen, um das Kloster als Schule zu nutzen. Über der Krypta befindet sich die Nonnenempore, auf der 150 Nonnen am Gottesdienst teilnehmen konnten. Heute wird sie als Konzertraum genutzt und ist von der Kirche abgetrennt.

Im ehemaligen Mühlengebäude des Klosters befindet sich heute ein Lachsinfocenter. Es steht Ihnen als Besucher unseres Klostergutes offen und zeigt eine lehrreiche Ausstellung zum Lachs und den Versuchen, ihn wieder in der Oker anzusiedeln. Unter dem Projektnamen „Okerlachs 2000” bemüht sich seit 1994 ein Zusammenschluss von Angelsport­vereinen, Gewässer­unterhaltungs­verbänden und weiteren Organisationen um das Gelingen dieses Vorhabens.

Das heutige Klosterhotel ist Teil des historischen Kreuzganges. Es bietet die komfortable Übernachtung in Ein- und Zweibettzimmern. Darüber hinaus ist es als Schulungs- und Tagungsort auf höchstem Niveau bekannt und beliebt.

Ein weiteres Gebäude im nördlichen Teil des Klosters diente bis 2014 als Sitz des Verwalters und wurde dann zu einem Künstlerhaus mit Galerie und Atelier umgestaltet. Seither stellen mehrere Künstler der Region dort ihre Werke aus. Das Künstlerhaus wurde an diesem Ort bis Ende 2015 betrieben. Die Idee zog Anfang 2016 weiter in ein anderes Gebäude des Klostergutes, und das Haus ist nun wieder Wohnsitz des Verwalters.

Die Brennerei ist seit der Gründung im Jahre 1682 ein sehr wichtiger Bestandteil des Klostergutes. Sie trägt auch heute noch maßgeblich zum wirtschafltichen Erfolg des Klostergutes bei. Neben der monetären Rolle ist auch die traditionelle Art geblieben, mit der hier gebrannt wird. Nach alter Rezeptur und in Kupfergefäßen. Eine Dampfmaschine, die vor über 100 Jahren in Betrieb genommen wurde, um die Rührer in den Gehrtanks anzutreiben, ist mittlerweile durch moderne Elektromotoren abgelöst worden. Aber sie ist noch voll funktionsfähig. Man kann sie zum jährlichen Hoffest und zu Sonderführungen besichtigen und das leise gleichmäßige Tacken auf sich wirken lassen. Die gesamte Brennerei kann während unserer Führungen besichtigt und in diesem Rahmen auch Produkte verkostet werden. Alle Produkte der Brennerei erhalten Sie in unseren Verkaufsstellen auf dem Klostergut oder in unserem Online-Shop.

Die übrigen Gebäude auf dem Klostergut Wöltingerode sind Konvents- und Wirtschaftsgebäude sowie Stallungen. Sie werden heute als Lager, Packstation für den Spirituosenversand, als Pachtstall für Hobbyreiter oder teilweise als hergerichtete Wohnhäuser für Bürger mit Verbindung zum Kloster genutzt. Es sind meist aktive oder ehemalige Mitarbeiter des Klostergutes, die auf dem Klostergut selbst wohnen.

Die eigene Landwirtschaft

Das Klostergut Wöltingerode besitzt 360 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Betrieben wird die Landwirtschaft in der heutigen Zeit von nur einem Mann. Von Juli bis Oktober arbeiten Brenner, Destillateure und Handwerker aus der Brennerei mit. Nur zum Verständnis: Noch bis zum Zweiten Weltkrieg bewirtschafteten 120 Mann Stammpersonal dieselben Flächen, und in den Erntemonaten kamen noch einmal rund 240 Saisonarbeiter hinzu.

Die Landwirtschaft versorgt mit ihren Erträgen hauptsächlich das Klostergut. Fast die Hälfte der Fläche dient dem Weizenanbau, den Rest teilen sich Gerste, Roggen und Zuckerrüben.